Wildes Grünzeug einfach essen

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, es zieht uns hinaus ins Grüne. Am Wegesrand blühen und sprießen die unterschiedlichsten Pflanzen. Für Wildpflanzen- FreundInnen ist jetzt die schönste Zeit angebrochen. Ein Streifzug durch die Frühlingslandschaft.

Geschmackvolle Beigaben

Gleich am Waldrand windet sich der Hopfen, der seine Ranken im Uhrzeigersinn nach oben treibt. Junge Hopfentriebe sammeln und kurz in Butter andünsten, fertig ist der „Hopfenspargel“, eine Delikatesse! Wer einen eigenen Garten hat, stolpert automatisch über essbare Wildkräuter. Eines, das ungern gesehen wird, weil es stark wuchert, ist der „Erdholler“(Giersch). Diesem sollte man essend zu Leibe rücken. Als großzügige Beigabe zum Spinat-Käse-Strudel, in einer Gemüse-Quiche oder Suppe sorgt das würzige Aroma des Wildkrauts für geschmackliche Finesse. Der Giersch ist wie viele Wildkräuter reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, im Vergleich dazu bietet unser Gartengemüse nur einen Bruchteil davon. So ist der Vitamin-C-Gehalt von Giersch viermal höher als in Zitronen.

Topfen oder Smoothie

Wer sich durchkostet durch die grüne Vielfalt, merkt schnell, wie intensiv würzig, sogar bitter oder ungewöhnlich manche Kräuter schmecken. Wer bisher Kopfsalat und mildes Gemüse gewöhnt war, sollte sich Zeit lassen und stetig weiter probieren. Ein guter Einstieg für Interessierte ist der einfache Kräutertopfen. Einige Wildkräuter kleinschneiden und in den Topfen geben, ein Schuss Leinöl dazu, Salz, dekorieren mit ein paar Taubnesselblüten und Gänseblümchen, auf das Brot streichen, fertig. Wer noch mehr Vitalstoffe zu sich nehmen will, der kann sich morgens einen Smoothie mixen. Eine Biobanane mit einer Handvoll Grünzeug nach Wahl mischen. Die Rede ist von Brennnessel, Vogelmiere, Sauerampfer, Löwenzahn & Co – unsere heimischen Superfoods und mit Nüssen, Trockenfrüchten und anderen Zutaten abschmecken.

Schön und köstlich

Auch den klassischen Kartoffelsalat kann man zu einem geschmacklichen Erlebnis machen, indem man kleingeschnittenen Löwenzahn, Gundelrebe, Vogelmiere, Knoblauchrauke oder anderes hinzufügt. Darüber Kürbiskernöl und ein paar Blüten, fertig. Blüten sind ohnehin sehr gut einsetzbar – denn das Auge isst bekanntlich ja mit.

Erkennen und Sammeln

Bevor du dich aufmachst zum Grünzeug-Sammeln, hier noch ein Hinweis. Grundsätzlich sind die wenigsten Wildkräuter in unseren Breiten gesundheitsschädlich, aber wir empfehlen ein gutes Pflanzenbestimmungsbuch, eine App oder eine Kräuterexpertin oder einen Kräuterexperten zu Rate zu ziehen. Am besten sammelt man im eigenen Garten, entlang von Bio-Feldern und an Waldrändern, aber nicht direkt am Wegesrand, wo Hunde und Co vorbeispazieren. Nun steht einer Grünzeug-Expedition nichts mehr im Wege, viel Freude!

Buchtipp

Essbare Wildpflanzen – 200 Arten Bestimmen und verwenden
Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger
AT Verlag

Bild: [c] Renate Schernhorst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.