FleischfreiTAG – Konkrete Daten, Fakten und Initiativen

So schützen wir mit weniger Fleischkonsum das Klima.

FleischfreiTAG: mit Genuss das Klima schützen! 70.000 Tonnen C02 könnten in Oberösterreich durch einen zusätzlichen fleischfreien Tag und damit etwas weniger Fleisch eingespart werden. Die Kampagne des Umweltressorts ist erfreulich erfolgreich gestartet: soviele Reaktionen wie noch nie, weit über 80 Prozent positiv, viele Schulen, Küchen, Geschäfte und Restaurants wollen mitmachen – das erste Ziel, einen Denkanstoss zu leisten, ist gelungen. Jetzt geht’s um die Inhalte – um einen Informationsschub, wie mit Genuss das Klima geschützt werden kann und durch welche acht Einkaufsschritte die Treibhausgase um hunderttausende Tonnen verringert werden können. Teil1: weniger Fleisch ist ein wichtiger Teil des klimafreundlichen Einkaufs. Und: klare Gütesiegel sind eine wichtige Stärkung des bewussten und verantwortungsvollen Konsumenten.

Wenn es um die Klimakrise geht und darum, was der Einzelne dagegen tun kann, würden wohl die meisten Leute den Übeltäter am ehesten in der Garage suchen – oder vielleicht noch den alten Kühlschrank beschuldigen. Oder die Verantwortung an “die Amerikaner” oder “die Chinesen” weit von uns schieben. Doch völlig unterschätzt ist der Kühlschrank – Unmengen von CO2 werden durch gedankenlosen Einkauf verursacht. Die Alternative der FleischfreiTAG-Kampagne heißt: mit Genuss das Klima schützen. Denn mit verantwortungsvollem bewusstem Einkauf können wir in Oberösterreich hunderttausende Tonnen CO2 einsparen. Zum Beispiel:

1. durch weniger Fleischkonsum

Laut FAO entstehen mehr klimaschädliche Treibhausgase durch die Produktion von tierischen Lebensmitteln als durch den gesamten globalen Verkehr (inkl. Schiffs- und Flugverkehr). Weltweit entstehen 18% aller CO2-Emissionen durch Lebensmittelerzeugung und Ernährung. CO2 ist mit mehr als 75% zwar das am meisten ausgestoßene Treibhausgas, aber nicht das gefährlichste. Andere Treibhausgase werden zwar in geringeren Mengen ausgestoßen, erhitzen die Atmosphäre jedoch um ein vielfaches. So erhitzt Methan die Atmosphäre 23 mal so stark wie CO2, Lachgas hat sogar ein 296mal stärkeres Treibhauspotenzial. Obwohl die beiden Gase nur etwa 18% der ausgestoßenen Treibhausgase ausmachen, wäre ihre gezielte Reduzierung bei der Klimarettung deshalb sehr wirkungsvoll – vor allem auch weil die Gase eine weit geringere Halbwertszeit besitzen als CO2. Dazu kann jedeR Einzelne aktiv und wirksam etwas beitragen, denn die größte anthropogene Methan- und Lachgasquelle ist die moderne Viehwirtschaft, die uns Fleisch und Milchprodukte liefert. Ihr sind 37% des Methan- und 65% des Lachgas-Ausstoßes zuzuschreiben. Diese Gase entstehen hauptsächlich beim Verdauungsvorgang der Tiere und durch die Verwertung von Gülle als Dünger. Dabei sind Rinder, und hier besonders die Milchkühe, die Hauptproduzenten. Auch als CO2-Quelle ist die Viehwirtschaft nicht zu unterschätzen, denn sie macht mindestens 10% des weltweiten CO2-Ausstoßes aus. Auch die Probleme, die aus der Landnutzung entstehen, werden meist nicht mit eingerechnet oder falsch verbucht. 30% (!) der Erdoberfläche werden inzwischen für die Viehwirtschaft genutzt, das meiste davon als dauerhaftes Weideland, eingeschlossen darin sind jedoch auch 33% allen Ackerlandes, die einzig zum Futtermittelanbau genutzt werden. 70% des Amazonas-Regenwaldes ist der Entwaldung zu Gunsten von Weideflächen bereits zum Opfer gefallen. Dies wirkt sich verheerend auf das “CO2-Konto” aus, denn während 1 Hektar Regenwald 200t CO2 speichern kann, ist Weideland lediglich dazu in der Lage 8 t aufnehmen zu können.  Aber auch das Grundwasser wird von der Viehwirtschaft beeinträchtigt – etwa durch Überdüngung oder Hormone.

Wir als KonsumentInnen haben es in der Hand, die Industrie zu beeinflussen – die Nachfrage regelt das Angebot, daher kann jeder einzelne durch sein Kauf- und Essverhalten seinen Beitrag zur Klimarettung leisten.

In den letzten 40 Jahren hat sich der globale Fleischverbrauch mehr als verdreifacht. 250 Millionen Tonnen verbraucht die Welt pro Jahr, Tendenz steigend. Besonders viel Fleisch wird in den westlichen Industriestaaten verzehrt. Verantwortlich hierfür sind der wachsende Wohlstand in diesen Nationen, aber auch die durch Massentierhaltung ermöglichten niedrigen Fleischpreise. Es lässt sich nicht leugnen: Wir essen zu viel Fleisch. Mehr Fleisch, als die Erde verträgt, und mehr Fleisch, als für unsere Körper gut ist. Das ist etwa drei Mal so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Erwachsenen empfiehlt.

Für die Erzeugung von 1kg Winterweizen werden soviele Treibhausgase erzeugt, wie durch 3,4 km Autofahrt entstehen. Für 1kg Milch sind es bereits 7,1km, für 1kg Schweinefleisch 25,8km, für 1kg Rindfleisch sogar 50,8km

Weltweit benötigt man für die Fleischproduktion das12-fache an Fläche als für die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln, entsprechend lassen sich mehr Menschen mit derselben Ackerfläche ernähren.

2. durch regionale Produkte:

Also wenn schon Fleisch, dann regionale Produkte, die insgesamt bevorzugt werden sollten. Sie verursachen insgesamt durch verringerte Transportdistanzen und ökologischere Bewirtschaftungsformen weniger CO2-Emission.

3. Saisonale Produkte bevorzugen (nicht saisonale Waren haben einen hohen Anteil am CO2 Ausstoß!)

4. Bio Produkte verursachen im Durchschnitt ein Drittel weniger Treibhausgase

5. Mehrwegsackerl statt Plastiksackerl zum Einkaufen benützen

6. Viele frische Lebensmittel, weniger Dosen und Tiefkühlverpackungen

7. Einkaufen zu Fuß, mit Fahrrad oder Öffis

8. Bewusst einkaufen:

Außerdem die Menge machst, bis zu 1/3 der gekauften/verarbeiteten Lebensmittel werden weggeworfen, aufgrund der leichten Verderblichkeit ist besonders Fleisch betroffen!  Dh. Nur soviel einkaufen wie auch benötigt wird.

Anschober abschließend: “Damit Konsumenten ihre Marktmacht optimal nützen können, braucht es aber noch viel mehr Transparenz – vor allem durch klare Kennzeichnung. Wir machen deshalb bundesweit Druck für eine bessere Kennzeichnung, damit durch staatliche Gütesiegel auf den ersten Blick erkannt werden kann, dass wirklich drin ist was drauf steht.”

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